Joshua Braun Deutscher Vizemeister über 100 und 200 Meter

Zum richtigen Zeitpunkt in Topform präsentierte sich Joshua Braun bei den Deutschen U18 Meisterschaften in Mönchengladbach. Er gewann sowohl über 100 als auch über 200 Meter die Silbermedaille.

zwei Mal deutscher Vizemeister: Joshua Braun

zwei Mal deutscher Vizemeister: Joshua Braun

Dabei verlief die Vorbereitung auf diese Meisterschaft alles andere als optimal. Seit mehreren Wochen hatte er Probleme im linken Sprunggelenk, die das Training stark eingeschränkt hatten. Aus diesem Grund war er dann auch in der vorletzten Woche vor den Meisterschaften Klassenfahrt – auf einem Segelschiff – d.h. auch ohne Trainingsmöglichkeit. So waren die Erwartungen nicht allzu hochgesteckt, obwohl er in der Meldeliste mit der fünftbesten Zeit aufgeführt war. Der Vorlauf über 100 Meter, den er sicher in 10.97 Sekunden gewann, zeigte dann, dass er durchaus eine Finalchance hatte. Im Semifinale wurde es dann ganz eng. Bis auf einen Teilnehmer, der deutlich vor den anderen rangierte, waren die nächsten sieben Sprinter gerade mal 6/100 Sekunden auseinander! Joshua schaffte den Einzug ins Finale so gerade eben. Da jeweils über zwei Stunden zwischen den Läufen lagen mussten sich die Athleten auch dreimal komplett vor ihrem Lauf aufwärmen, was eine zusätzliche Belastung darstellte. Aber auch Zeit um das Fußgelenk zu behandeln und sich mental auf das Finale vorzubereiten. Klar war: zwischen Rang zwei und acht war alles möglich. Jetzt war wichtig sich zu fokussieren und trotzdem locker zu bleiben. Dieses Rennen würde im Kopf entschieden. Kurz vor 19.30 Uhr stand Joshua dann auf der Innenbahn, normalerweise nicht so geliebt. Schon am Start war zu sehen, dass er voll da war und nach dreißig Metern war er schon bei den ersten. Vorneweg der Favorit und spätere Sieger. Aber hinter ihm zeigte Joshua ein hervorragendes Stehvermögen, hielt dass Tempo bis ins Ziel und lief mit zwei anderen Athleten auf gleicher Höhe durchs Ziel. Die Zielbildauswertung zeigte dann, dass er mit 1/100 Sekunde vor den beiden anderen war. Ein Erfolg mit dem wirklich keiner rechnen konnte und umso mehr Begeisterung auslöste.

Der nächste Tag war dann wirklich hart. Die drei 100 Meter Rennen vom Samstag fühlten sich wie Beton in den Beinen an. Da der 200 Meter Vorlauf bereits um 10.30 Uhr war hieß es um 6.30 Uhr aufstehen und erst einmal eine Runde Spazieren gehen, den Kreislauf in Gang bringen. Auch hier war wieder in erster Linie der Kopf gefragt. Wie ein Zehnkämpfer, der nach fünf Disziplinen am ersten Tag, am nächsten Morgen Hürden laufen muss. Daran glauben, dass es trotzdem geht. Dass diese Botschaft bei ihm angekommen war zeigte Joshua dann bereits im Vorlauf, den er in der zweitbesten Zeit aller Teilnehmer gewann. Auch hier war der Titel bereits vergeben. Mit Frieder Scheuschner, Finalteilnehmer der U18 Europameisterschaft und über 100 Meter nicht am Start, war ein alles überragender Athlet am Start. Aber dahinter war wieder alles möglich. Im Finale behielt Joshua dann erneut die Nerven. Startete schnell, ließ sich dann aus der Kurve in die 100 Meter Gerade treiben um dann am Ende alle Konkurrenten, bis auf den Sieger, zu überholen und mit einem Meter Vorsprung vor dem Dritten erneut die Silbermedaille zu holen.

Nicht so glücklich verliefen die Meisterschaften für den baden Württembergischen kugelstoßmeister Nico Maier. Beim Abschlusstraining fünf Tage vor der Meisterschaft hatte er sich eine Muskelzerrung eingehandelt. Beim Aufwärmen und Einstoßen ging es noch gut. Auch sein erster Versuch war mit 16,78 Metern ordentlich und ein guter Anfang. Beim zweiten ging dann die Verletzung wieder auf. Er mühte sich zwar durch die weiteren Versuche musste dann aber mit ansehen wie die Konkurrenten einer nach dem anderen an ihm vorbeizogen. Am Ende war er Achter. Eine respektable Leistung, aber wenn man mit dem Bewußtsein anreist eventuell um eine Medaille kämpfen zu können, einfach nur bedauerlich.

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