Soweit die Füße tragen: Bianca Frey Seebacher läuft die 100 Kilometer von Biel

Bianca Frey-Seebacher, Trainerin der Leichtathletik Minis, hat es geschafft: Nach 13 Stunden und 30 Minuten im strömenden Regen war sie im Ziel des wohl traditionsreichsten Ultra-Marathons in Europa. Müde und völlig ausgepowert, aber natürlich überglücklich.

Begonnen hatte das Rennen abends um 22 Uhr. Schon am Start regnete es und schon nach wenigen Kilometern war alles durchgeweicht: Hemd, Hose und Schuhe. Trotzdem lief es in den ersten Stunden ganz gut. Die ganze Nacht hindurch, mit der Stirnlampe auf dem Kopf, ein bisschen Licht, das die nächsten Meter ausleuchtete, dann und wann ein Mitläufer, ansonsten die Einsamkeit der Nacht. Glücklicherweise hatte sie mit Tanja Eckerle, passionierte Langstreckenläuferin von der Stadtkapelle Steinbach, eine Partnerin, die mit ihr zusammen bis ins Ziel gemeinsam die 100 Kilometer bewältigte.

Bis ins Morgengrauen zahlten sich die vielen Trainingskilometer der vergangenen Monate spürbar aus. Mit ungefähr 10 Kilometern in der Stunde lief sie ein gutes Tempo, so dass sie um 6.30 Uhr schon die 60 Kilometer Marke passiert hatte. Dann aber kamen die Magenschmerzen und all das wovor sich die Ultramarathonläufer fürchten. Ein Tief, das sie 10 Kilometer begleitete und ihr Tempo radikal auf die Hälfte drosselte.

Danach ging es wieder etwas besser, aber immer noch dreißig Kilometer bis ins Ziel. Gegenseitige Aufmunterung und das Wissen, dem großen Traum, die 100 Kilometer tatsächlich durchzustehen immer näher zu kommen, trägt dann auch noch über die allerletzten Kilometer. Immer noch im Regen, inzwischen mit Blasen an den Füßen, aber noch gar nicht richtig zu spüren. Das kommt erst danach, wenn die Füße in keinen normalen Schuh mehr passen und nur noch hochgelegt werden wollen.

Im Ziel dann der Moment des Glücks und der Zufriedenheit. Eher unspektakulär das „Darum- Herum“. Nicht wie bei den großen Stadtmarathons mit Musikkapellen und großer Party, halt schweizerisch und bescheiden. Dafür aber fürsorglich, die Begleitung zum Bahnhof, der Service beim Finden des Zugs und Hilfe beim Einsteigen. Und schon war alles vorbei. Um 11.30 Uhr im Ziel, eine gute Stunde später im Zug, um 16.30 Uhr wieder zu Hause und am nächsten Montag um 18 Uhr wieder auf dem Sportplatz der südbadischen Sportschule zum Training mit den Leichtathletik Minis, die auf ihre Bianca wirklich stolz sein können.

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